Jede einzelne Sitzung war gut. Und trotzdem taucht irgendwann diese Frage auf: Passt das eigentlich noch alles zusammen?
Ihr seid mit einem klaren Anliegen gestartet. Erst ging es um Werte und Ziele. Dann wurde plötzlich ein Konflikt wichtig. Später ging es um eine grundsätzliche berufliche oder persönliche Entscheidung.
Und während der einzelnen Sitzungen hat das alles Sinn ergeben. Du hast mit dem gearbeitet, was gerade da war, bist dem gefolgt, was sich gezeigt hat, und hattest nicht das Gefühl, falsch abzubiegen.
Bis du irgendwann nach einer Sitzung dasitzt und denkst: Moment mal. Wo sind wir hier eigentlich gerade gelandet?
Wie hängt das noch mit dem zusammen, womit wir ursprünglich gestartet sind? Habe ich den roten Faden noch oder habe ich mich unterwegs mitreißen lassen und verzettelt?
Und dann ist da vielleicht zum ersten Mal diese kleine, leise Frage: Habe ich den Prozess wirklich geführt? Oder bin ich einfach immer dem nächsten Thema gefolgt, das aufgetaucht ist? Mache ich hier gerade wirklich einen professionell guten Job?
Einmal ist das nur ein kurzer Zweifel. Aber wenn du nach der nächsten Sitzung wieder mit diesem diffusen Gefühl rausgehst und nach der übernächsten vielleicht noch einmal, wird die Stimme lauter.
Und irgendwann zweifelst du nicht mehr nur daran, ob dieser eine Coaching-Prozess noch einen roten Faden hat.
Du beginnst dich zu fragen, ob du eigentlich wirklich ein guter Coach bist.
Genau an diesem Punkt hilft es nicht, noch länger über die eigene Arbeit nachzugrübeln. Hilfreicher ist es, den bisherigen Prozess wieder vor sich zu holen.
Fünf Fragen können dabei helfen:
- „Ist das, woran wir arbeiten, noch das aktuelle Anliegen des Coachees?“
- „Was hat sich seit Beginn des Coachings tatsächlich verändert?“
- „Was war bisher besonders bedeutsam aus Sicht des Coachees?“
- „Was davon zeigt sich bereits außerhalb der Sitzungen?“
- „Was braucht es jetzt und welcher Schritt ergibt sich daraus?“
Du musst darauf keine langen Antworten haben. Wenn du bei einer Frage ins Stocken kommst, kann genau dort etwas liegen, das es sich lohnt, gemeinsam mit dem Coachee noch einmal anzuschauen.
Besonders wichtig finde ich die vierte Frage. Eine Sitzung kann sich im Moment sehr wertvoll anfühlen. Ob daraus Entwicklung wird, zeigt sich aber dort, wo kein Coaching stattfindet: im Alltag, in Entscheidungen und im Umgang mit konkreten Situationen.
Eigentlich wäre der nächste Schritt jetzt einfach: den bisherigen Prozess noch einmal anschauen.
In der Praxis bedeutet das aber schnell: alte Notizen heraussuchen, im Flipchart zurückblättern, eine PowerPoint öffnen oder das richtige Miroboard wiederfinden. Und wenn Informationen über verschiedene Orte verteilt sind, wird aus einem kurzen Prozess-Check plötzlich Aufwand.
Genau hier setzt für mich eine durchgängige Prozessdokumentation an. Nicht als Dokumentation um ihrer selbst willen, sondern damit ich schnell wieder sehen kann, woran wir gearbeitet haben, was sich entwickelt hat, welche Erkenntnisse entstanden sind und was vereinbart wurde.
Mit metacards.net kannst du diese Informationen über mehrere Sitzungen hinweg an einem Ort halten und für die weitere Arbeit wieder aufgreifen. So musst du dir den bisherigen Verlauf nicht erst aus verschiedenen Unterlagen zusammensuchen.
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